Der Übergang von der Schule in Ausbildung, Studium oder Beruf ist eine wichtige Phase und ein prägender Schritt für Schülerinnen und Schüler. Neben der Schule spielen die Eltern eine wichtige Rolle bei diesem Prozess – sie kennen ihre Kinder, begleiten und beraten sie.
Grundlage sind Ergebnisse des Forschungsprojekts „BO4P – Stärkung der Elterneinbindung in die Berufliche Orientierung“, das in Baden-Württemberg von 2023 bis 2026 im Rahmen der Initiative Bildungsketten durchgeführt und durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) gefördert wurde.
Gemeinsam mit Schulen, dem Regionalen Übergangsmanagement und einer wissenschaftlichen Begleitung wurden praxisnahe Ansätze erprobt, um Eltern stärker in die Berufliche Orientierung einzubinden und damit den Übergang von der Schule in Ausbildung oder in weiterführende Bildungswege nachhaltig zu stärken.
Im Downloadbereich finden Schulen und Lehrkräfte Materialien und Maßnahmenbeschreibungen, die bei der Einbindung von Eltern in die Berufliche Orientierung unterstützen. Diese Materialien stellen eine Ergänzung zur Broschüre „Starke Eltern in der Beruflichen Orientierung (BO) – Erkenntnisse und Praxistipps aus dem Projekt BO4P“ dar.
Die Webseite Starke Eltern in der BO bietet Eltern und Erziehungsberechtigten ein übersichtliches Informationsangebot und wurde im Rahmen des Forschungsprojekts BO4P entwickelt, um Schulen und Lehrkräfte bei der Einbindung von Eltern in die Berufliche Orientierung zu unterstützen.
Weitere Informationen
Eltern und Erziehungsberechtigten kommt bei der Beruflichen Orientierung eine Schlüsselrolle zu, weshalb ihre Einbindung ein zentraler Bestandteil schulischer BO-Konzepte ist. Die Zusammenarbeit mit dem Elternhaus wird dabei nicht punktuell, sondern als kontinuierlicher Prozess verstanden.
Diese Bedeutung spiegelt sich auch in der Neufassung der Verwaltungsvorschrift zur Beruflichen Orientierung (VwV BO 2025) wider: Elterneinbindung ist hier verbindlich vorgesehen und als eigenständiger Baustein einer systematisch angelegten BO verankert. Eltern sollen nicht nur informiert, sondern aktiv beteiligt werden. Auch im Qualitätsrahmen Berufliche Orientierung Baden-Württemberg wird die Zusammenarbeit mit Eltern als wichtiges Kriterium für eine qualitativ hochwertige Umsetzung der BO an den Schulen benannt.
In der Broschüre „Stärkung der Elterneinbindung in die BO“ finden Sie weitere Informationen zur Rolle der Eltern in der Beruflichen Orientierung.
Forschungen zeigen, dass Eltern in der BO eine entscheidende Rolle spielen. Jugendliche benötigen vor allem emotionale Unterstützung in Form von Wertschätzung, Vertrauen und Empathie. Diese Faktoren wirken motivierend und ermutigend. Eltern sind oft die Hauptquelle für Informationen über berufliche Möglichkeiten, und ihre Ratschläge werden häufig aufgrund ihrer Lebens- und Berufserfahrung als wertvoll erachtet.
Auch Eltern wünschen sich Informationen, Transparenz und Orientierung, um die Vielzahl der Angebote im Bereich der Beruflichen Orientierung zu überschauen. Eine respektvolle Kooperation mit der Schule, die auch auf die spezifischen Bedürfnisse der Eltern eingeht, unterstützt die aktive Einbindung der Eltern in den BO-Prozess.
Ausführliche wissenschaftliche Erkenntnisse zur Elterneinbindung in der Beruflichen Orientierung finden Sie in der Broschüre „Stärkung der Elterneinbindung in die BO“.
Der Film „Hand in Hand in die berufliche
Zukunft“ zeigt, wie Eltern ihre Kinder beim BO-Prozess begleiten.
Einen spannenden Einblick in die wissenschaftliche Begleitung des Projekts geben auch die Vorträge von Prof. Dr. Thorsten Bührmann und Prof.’in Dr. Viola Deutscher. Darin beleuchten sie die Rolle von Eltern und ihren Einfluss auf die Berufliche Orientierung von Jugendlichen.
Eine zentrale Aufgabe der Schule ist es, Orientierung zu geben durch: Transparente BO-Konzepte, klare Informationen und niedrigschwellige Angebote, die Eltern helfen, den Prozess der Beruflichen Orientierung zu verstehen und ihr Kind angemessen zu begleiten. Ziel ist eine respektvolle Bildungs- und Erziehungspartnerschaft, die die Selbstständigkeit der Jugendlichen stärkt.
Im Projekt zeigte sich, dass zur Stärkung der Elterneinbindung in der Regel keine neuen Maßnahmen entwickelt werden müssen, sondern bestehende Angebote anhand zentraler Grundsätze überprüft und entsprechend weiterentwickelt werden können. Diese zentralen Grundsätze für eine gelingende Elterneinbindung sind in der Broschüre „Stärkung der Elterneinbindung in die BO“ ausführlich dargestellt und durch Beispiele veranschaulicht:
- Haltung gegenüber den Eltern: Grundlage ist ein wertschätzendes Elternbild. Eltern werden als Expertinnen und Experten für ihre Kinder ernst genommen und partnerschaftlich in die BO einbezogen.
- Direkte Formate: Wirksamkeit zeigt sich nicht in Teilnahmezahlen, sondern in passgenauen, lebensweltorientierten Angeboten mit klarem Mehrwert – auch jenseits klassischer Präsenzformate.
- Indirekte Formate: Neben direkten Angeboten gewinnen auch indirekte Formate an Bedeutung, bei denen Jugendliche ihre Eltern aktiv in ihren eigenen Berufsorientierungsprozess einbeziehen.
- Prozessstruktur: Die Elterneinbindung ist langfristig angelegt, baut Vertrauen auf und berücksichtigt unterschiedliche Zugänge – insbesondere auch für schwer erreichbare Eltern.
Die Einbindung von Eltern in die Berufliche Orientierung funktioniert nicht als punktuelles Projekt, sondern als langfristiger, systematischer Prozess, bei dem Schulen und ihre externen Partnerinnen und Partner in funktionierenden Netzwerken ihre Ressourcen, Erfahrungen und Kompetenzen bündeln. Damit kann man Maßnahmen wirkungsvoller, praxisnäher und nachhaltiger gestalten.
Erfahrungen aus dem Projekt BO4P zeigen: Netzwerke funktionieren besonders gut, wenn Rollen klar verteilt, Kommunikationswege verlässlich etabliert und gemeinsame Ziele und Leitbilder von allen Beteiligten getragen werden. So können innovative Formate umgesetzt werden, die Schulen, Lehrkräfte und Eltern gleichermaßen zugutekommen.
Ausführlicheres zum Thema Netzwerken und Gelingensbedingungen wirksamer Netzwerkarbeit lesen Sie in der Broschüre „Stärkung der Elterneinbindung in die BO“.
Wenn Sie die Netzwerkarbeit an Ihrer Schule etablieren wollen, gehen Sie gerne auf das zuständige Regionale Übergangsmanagement (RÜM) zu.
Umsetzungshilfen für Schulen aus dem Projekt BO4P
Fortbildungen für Lehrkräfte
Weiterführende Informationen und Unterstützungsangebote